Oliver Molitor

Meine Geschichte

Der Tag, an dem ich mich dazu entschieden habe, dem Gewicht den Kampf anzusagen, war im Nachhinein der Tag, der mir das Leben rettete. Chips, Pizza, Cola und Schokolade in rauhen Mengen haben mein Gewicht in den letzten Jahren so drastisch hochschnellen lassen, dass ich mein Haus kaum noch verlassen konnte. Meine Gedanken drehten sich in jeder wachen Minute um die Gedanken an Essen, was sich auf dem Höhepunkt meiner Esssucht in einem Gewicht von 268 Kilogramm widerspiegelte. Aktivitäten, die Bewegung oder körperliche Anstrengung erfordern, waren schon längst passé und die Arbeit erledigte ich von zuhause, von wo der Weg zum Kühlschrank nicht weit war.

Mit sehr starkem Übergewicht und unter vielfältigen körperlichen Beeinträchtigungen wie Diabetes, Tinnitus, Schlafapnoe und starkem Bluthochdruck leidend, begab ich mich zu meinem Arzt, der mir attestierte, dass ich bei einer Fortführung meines damaligen Lebens nicht älter als 45 Jahre alt werden würde.

Dieser Schock bewegte mich zu einem radikalen, wenn auch effizienten Schritt: Einer operativen Verkleinerung meines Magens und Dünndarms. Durch diese Maßnahme sollte ich fortan endlich wieder ein Sättigungsgefühl verspüren, und zwar dann, wenn der Magen voll war. Doch der Eingriff barg auch Risiken: Sollte ich mein Essproblem nicht schnellstens in den Griff bekommen, drohe sich der Magen wieder auszudehnen, sodass wieder 8.000 Kalorien vonnöten seien, bis ich satt sei, so mein operierender Arzt. Diese Drohung machte mir bewusst, dass eine drastische Umstellung meiner Lebensumstände zwingend notwendig sei, um die 160 Kilogramm Übergewicht zu verlieren, die ich mit mir rumschleppte.
Dass man mit diesem Gewicht keinen Spaß an sportlicher Bewegung hat, liegt auf der Hand, und die ersten Trainingseinheiten waren auch nicht mit Spaß verbunden. Doch der Erfolg beflügelte mich. 65 abgenommene Kilogramm in nur drei Monaten waren ein so großer Triumph, dass bald kein Tag mehr verging, an dem ich mich nicht auf dem Fahrrad, dem Hometrainer, dem Crossgerät oder dem Laufband wiederfand.

Olli vorher -> nacherGleichzeitig galt es, meine Ernährung so umzustellen, dass ich jeden einzelnen Tag weniger Kalorien zu mir nehme, als ich auch verbrenne. Das muss keinen Hunger bedeuten, sondern eine sinnvolle Zusammenstellung nahrhafter, sättigender Lebensmittel, die ihren Geschmack ohne große Mengen an Kalorien und Fett entfalten. Dies war anfangs nicht ganz einfach, denn die sogenannten versteckten Kalorien sind schneller gegessen, als sie gefunden sind.
Doch nach der Auseinandersetzung mit umfangreicher Literatur zu Ernährungsmethoden, zahlreichen Gesprächen mit Experten und meinem Fitnesstrainer fand ich Mittel und Wege, gesundes und kalorienarmes Essen so zuzubereiten, dass es nicht nur sättigt, sondern auch hervorragend schmeckt. Zusätzlich baute ich noch heute bestehende gute Beziehungen zu großartigen Ärzten auf, die mich medizinisch begleiteten, sodass der Umbau meines stattlichen Körpers ohne gesundheitliche Risiken vonstatten ging.

Mit dieser Kombination aus gesundem, maßvollen Essen und regelmäßiger Bewegung gelang es mir letztlich, in 14 Monaten 168 Kilogramm Gewicht zu verlieren. Mehrere Operationen waren nötig, um Hautlappen zu entfernen, die schlaff an meinem Körper herunterhingen.

Zahlreiche Fernsehsender und Zeitungen begleitetet mich und berichteten über die außergewöhnliche Geschichte des Mannes, der sein Leben in die Hand nahm und dem Tod von der Schippe sprang. Der  TV-Sender „ProSieben“ beteiligte sich an meiner letzten Operation und durfte im Gegenzug Filmaufnahmen von der Operation machen. Fast schon als Krönung der öffentlichen Aufmerksamkeit wird nun seitens der Verantwortlichen des “Guiness“ Buch der Rekorde geprüft, ob mir der Titel „Weltmeister im Abnehmen“ verliehen werden soll.

Natürlich gab es auch Rückschläge und Motivationsmängel, denn hin und wieder stockte das Gewicht auf der Waage oder bewegte sich nur zögerlich nach unten. Doch die Unterstützung meiner Frau, meiner Freunde und meinem Fitnesstrainer, die so stolz auf meine erreichten Ziele sind, hat mir die nötige Kraft gegeben, meinen Weg weiterzugehen und dieses neue Leben in der Art fortzuführen. Durch meine Dankbarkeit diesen Menschen gegenüber fühle ich verpflichtet, Menschen mit denselben Problemen etwas zurückzugeben.

Ich möchte meine Erfahrungen nicht bloß weitergeben, ich möchte Menschen Schritt für Schritt begleiten und sie mit den zahlreichen Ratschlägen und Motivationsschüben versorgen, die es ihnen ermöglichen, die Einbahnstraße Übergewicht zu verlassen und die Abzweigung zu einem Leben mit gesteigerter Lebensqualität zu nehmen.

Ich kann das Lenkrad nicht alleine herumreißen, aber ich kann mich neben Sie setzen und Ihnen beim Schalten, Kuppeln und beim Blinken helfen.